Was genau ist der mag.lab Space jetzt eigentlich?

Wie ihr in unserem Einzugspost gesehen habt, hat sich uns bei den neuen Räumen die Frage gestellt „Was sind sie denn nun ein Hackerspace, ein Makerspace, ein Labor, ein Hobbyraum, ein Diskussionsraum oder ein Wohnzimmer?“.

grafik_spacesEin Antwort darauf ist nicht einfach, denn oft wird werden die Bezeichnung jeweils einem anderen Merkmal nicht mehr gerecht. So stellen sich die meisten bei einem Hackerspace nicht unbedingt chillige Sofalandschaften vor und anderesherum bei einem Wohnzimmer nicht unbedingt Leute, die zusammen an Tischen sitzend an Projekten basteln. Darum haben wir uns etwas näher mit den Überschneidungen und Unterschieden dieser Begriffe beschäftigt, damit auch ihr wisst, was im mag.lab so passiert.

Grundsätzlich kann ein Hackerspace als ein Clubhaus für Nerds bezeichnet werden. Ein Raum für Computeranwender, die eigen, kritisch, aktiv, neugierig, gesellig, schwierig, intelligent, und nachtaktiv sind. Dabei ist ein Hackerspace ein dreigeteiltes soziales Experiment. Denn

  1. er ist ein Raum, wo man auf einer 24/7-Basis an digitalen Projekten arbeiten kann. Wo Lötkolben brutzeln und Kabel auf Platinen treffen, um Roboter zu erschaffen.
    Also eine Werkstatt.
  2. er ist ein Ort, wo sich Gruppen treffen könne. Um dort zu lernen, sich auszutauschen, sich digital fortzubilden.
    Also ein Platz des Lernens.
  3. ist es natürlich auch cool, einen Raum zu haben, der die beiden vorherigen Anliegen mit Infrastruktur (Sofa, Getränke, Kochgelegenheit, ..) rund um die Uhr unterstützt und Platz gibt für Neuigkeiten, Austausch und Geschichten.
    Also ist ein Hackerspace auch ein Treffpunkt.

Diese dreigeteilte Aufgabenstellung ist ein globales Erfolgsmodell. In der Liste von hackerspaces.org  kannst du von über 400 Ablegern zwischen Sydney, Kalkutta, Kapstadt und Fulda erfahren. Aber worin ähneln sich diese Räume und was unterscheidet sie?

Gleich ist, das alle diese Räume durch die Nutzer selbst verwaltet und organisiert sind.
Und alle haben einen Schwerpunkt auf dem furchtlosen Angriff auf Hard- und Software, also der Zähmung des digitalen Erlebens. Wobei diese Zähmung sehr unterschiedlich ausfallen kann: Im österreichischen Wörgl können Sie im ‚Zeitsparwerk‘ auch Krafttraining machen, in Nov Sad dagegegn liegt der Schwerpunkt mehr auf Linux. In Berlin ist die  ‚c-base‘ für abgefahrene Parties berühmt, die ‚garagegeeks‘ in Israel arbeiten an ‚Converting a real skateboard into a game controller‚. Und so geht es global heiter weiter.

Den Unterschied machen die Menschen, die an jedem Ort den Hackerspace mit ihren Projekten, ihrer Begeisterung und finanziellem Einsatz formen. So ist kein Space wie der andere. Denn es gibt keinerlei festen Regeln und Vorgaben, wie man einen Space aufbaut. Die Menschen formen halt den Space.

Allerdings gibt es ein legendären Vortrag aus dem Jahr 2007, der viele weltweit angesteckt hat, einen eigenen Space zu eröffnen: ‚Building a Hackerspace‘ von Lars Weiler und Jens Ohlig. Lade dir dieses Dokument herunter und bekommst einen Eindruck davon, worum es bei einem Hackerspace geht.
Heute geht die Idee noch weiter. Viele Spaces beschäftigen sich mit Fragen der Nachhaltigkeit, Informationsfreiheit, Datensicherheit und auch Fragen rund um die Ethik in der Technik. Alle Fragen um die Anknüpfungspunkte von Technik und Gestellschaft habe an Bedeutung gewonnen. Hackspaces sind zu Orten für alle Menschen geworden, die sich mit diesen Fragen beschäftigen. So ist es auch kein Wunder, dass Hackspaces und Freifunk Communitys oft so nach beieinander liegen.
Falls du noch weitere Informationen haben willst, die Wikipedia hat natürlich auch einen Artikel zu den Hackerspaces, genauso findet sich in der Zeit ein Artikel und sehr zu empfehlen ist dieser Podcast vom Chaosradio Express (dauert ca. 1:45h).

Wenn du jetzt Blut geleckt hast, dann solltest du dich auf unserer Mailinglste einschreiben.  Mitlesen verpflichtet zu nichts weiter, nur hast du mal das Gespräch der aktiven mag.lab Mitglieder in der Leitung. An- und abmelden gehen schnell und schmerzlos.

Oder komm vorbei: das mag.lab lebt, tobt und lötet am Rande des Fuldaer Stadtkerns, Buttlarstr. 1a. Wie gesagt – mit der Mailingliste weißt du mehr. Und wenn dir das Ganze sympathisch ist, dann kannst du ja auch immer noch Mitglied beim mag.lab werden.

Bis dann also.

(Dank an den Shackspace für den tollen Artikel, die zu großen Teilen hier eingeflossen ist)